Sanierung der Hochwasserschutzanlage

Mit der Sanierung des Rheindeiches in Krefeld-Uerdingen wird ein wichtiger Bestandteil des Hochwasserschutzes für ca. 25.000 Bürger umgesetzt. Gleichzeitig erfährt der Rheindeich durch die Neugestaltung der Deichkrone eine Aufwertung und gewinnt für den Bürger erheblich an Attraktivität.

Warum?
Nach einer Untersuchung der Bezirksregierung Düsseldorf ist der Rheindeich nicht mehr ausreichend dicht gelagert und zu steil, so dass im Hochwasserfall die Böschungen abrutschen könnten.  Zudem stehen Bäume auf dem Deich, die erhalten werden sollen.

Was?
Da nicht ausreichend Platz für einen Regeldeich zur Verfügung steht, sollen Spunddielen in den Deich bis zu ca. elf Meter Tiefe eingebracht werden. Diese stellen die Dichtheit und die Standsicherheit her und werden ca. einen Meter über die bisherige Deichkrone herausragen. Die Spundwand wird verklinkert und erhält auf der Wasserseite eine begrünte Böschung, die optisch einem Deich ähnelt. Sie wird drei Meter von der bisherigen wasserseitigen Außen-kante des Deiches eingebracht, so dass ein neuer und breiterer Deichkronenweg entsteht. Dies schafft die Möglichkeit, den bisherigen Deichkronenweg und die Aufenthaltsbereiche neu und attraktiver zu gestalten. Der südliche Abschnitt des Deichkronenweges wird gleichzeitig Deichverteidigungsweg, über den im Hochwasserfall der Deich „verteidigt“, d. h. Material zur Sicherung des Deiches angeliefert wird. Die neue Rampe im Bereich des Rheintores wird gleichzeitig eine Abfahrtsrampe, die über den -Anschluss an einen der unteren Parkwege sogar barrierefrei wird.

Zahlen & Fakten

Geschätzte Gesamtkosten: 3.130.000 €

Höhe der zu erwartenden Fördermittel: 2.504.000 €

Eigenanteil: 626.000 €

Rheindeichsanierung Grafik Deichkrone

Wie hoch wird der Deich?
Die Höhe der Mauer, die aus dem Deichkörper herausragt, wird 33,38 Meter über NormalNull liegen, Stand Krefelder Pegel 13,14 Meter. Dies entspricht in etwa einem Schutz vor einem 500-jährlichen Hochwasser plus einer Sicherheitshöhe von einem Meter. 

Was passiert bei Hochwasser während der Bauzeit?
Grundsätzlich sind wir verpflichtet, außerhalb der hochwassergefährdeten Zeit (vom 1. November bis 31. März) zu bauen. Dies schließt aber nicht aus, dass es auch innerhalb der Bauzeit zu einem Hochwasser kommen kann. Deutlich wurde dies im Sommer 2013, als der Rhein Anfang Juni Hochwasser führte. Bei einem herannahenden Hochwasser wird die Baustelle im Bereich der Überflutungsflächen geräumt. Es wird ein Sondereinsatzplan aufgestellt, der die Abläufe für den Hochwasserfall regelt.

Einschränkungen
Die gesamte Baustelle muss eingezäunt werden, da bereits sehr früh die ersten Eingriffe in den Deichkörper erfolgen. Zudem wird mit schwerem Baugerät gearbeitet. Für diese Zeit ist ein Aufenthalt auf dem Deich nicht mehr möglich. Der Bauzaun wird entlang des Weges im Park aufgestellt, so dass der Weg noch genutzt werden kann. Die Baustelle wird über die Dammstraße und Dujardinstraße angefahren. Eine Einschränkung im Innenstadtbereich ist nicht vorgesehen.

Technische Daten

  • Bemessungswasserstand:
    BHQ2004, 500-jährlich = max. 32,20 mNN
    +1 m Freibord (Wellenschlag) = max. 33,20 mNN

  • OK Mauer (Spundwand)
    = 33,38 m NN
    = 13,14 m KP

  • Deichkrone alt
     = 32,19 mNN
    bis 32,72 mNN

  • Wasserstand 100-jährliches Hochwasser
    = 31,47 mNN
    = 12,03 m KP

  • Wasserstand Hochwasser 1995
     = 31,01 mNN
    11,57 m KP

  • Wasserstand Hochwasser 1926
    = 31,54 mNN
    = 12,10 KP
NN = NormalNull
mNN = Meter über NormalNull
KP = Krefelder Pegel